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Aktuelles Programm
Theater

THEATER LABORATORIUM

Wenn ich wieder klein bin.
Die zweite Veranstaltung unseres Zyklus „Jüdisches Leben“ ist dem polnischen Arzt, Schriftsteller und Pädagogen Janusz Korczak gewidmet, der – geboren 1878 oder 1879 mit dem bürgerlichen Namen Henryk Goldszmit – sein soziales Engagement als Erzieher und väterlicher Freund jüdischer Waisenkinder zur Entfaltung brachte. Mehr als 30 Jahre lang leitete er mit sensibler Hand das Waisenhaus in Warschau, drei Jahrzehnte, in denen er sich einfühlsam den Kindern näherte und ihnen Geborgenheit vermittelte, die sie untereinander weitergaben.

1940 veranlassten die Nationalsozialisten den Umzug des Waisenhauses in das Warschauer Ghetto, die Lebensumstände der Kinder wurden stets katastrophaler und bedrohlicher. Doch Korczak stellte sich immer wieder schützend vor „seine Kinder“, sie sollten keine Angst haben müssen vor dem, was sich ankündigte. Vor 80 Jahren, im August 1942, begleitete er seine zweihundert Zöglinge in das Vernichtungslager Treblinka, wo sich seine Spur verliert.

Das Theater Laboratorium hat das erschütternde Thema in ein behutsames Bühnenstück gekleidet und bewahrt damit einen Reformpädagogen und mutigen Freund aller Kinder vor der Dunkelheit des Vergessens.

Samstag, 12.11.2022
20.00 Uhr, Forum Gymnasium
€ 24,- / erm. 16,-
Lesung

ULRIKE MIGDAL

Wann wohl das Leid ein Ende hat
Briefe und Gedichte aus Theresienstadt von Ilse Weber

Unter dem Titel „Wann wohl das Leid ein Ende hat“ gab Ulrike Migdal zahlreiche Briefe und Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Ilse Weber heraus. Ein biographischer Essay über ihr Leben zeichnet nach, wie sie mit ihrem Sohn Briefkontakt hält, der vor der Deportation gerettet werden kann, in ihren Gedichten dem Naziterror trotzt und schließlich zusammen mit den ihr anvertrauten Kindern der Krankenstation in Theresienstadt in den Tod nach Auschwitz geht.

Aus den Briefen Ilse Webers lassen sich für die heutige Zeit Wege erkennen, antisemitischer Hetze und nazistischen Tendenzen durch Widerstand zu begegnen. Ulrike Migdal studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Musik. Nach der Promotion in Philosophie 1979 erhielt sie Forschungs- und Lehraufträge in Deutschland und New York. Für ihr Buch über Ilse Weber wurde sie 2008 mit dem Politik- und Kulturjournalistenpreis des Deutschen Kulturrats ausgezeichnet.

Samstag, 19.11.2022
20.00 Uhr, Musikschulsaal
€ 10,- / erm. 6,-
Lesung

CLAUDIA JUNK

Im Westen nichts Neues
Vor Jahresfrist musste der Vortrag der Literaturwissenschaftlerin Claudia Junk vom Osnabrücker Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum leider ausfallen, nur ein Teil der mit dem Gymnasium Wildeshausen vereinbarten Workshops konnte noch realisiert werden. Remarques 50. Todestag bot damals den Anlass, eine unserer Ringlesungen zum Thema „Krieg und Entwurzelung“ dem weltweit wohl bekanntesten Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ und seinen Verfilmungen zu widmen. Leider lässt die weltpolitische Situation des Jahres 2022 die Auseinandersetzung mit Remarques Bestseller heute noch viel aktueller erscheinen.

Erich Paul Remark, so sein exakter Name, geriet bereits früh in den Strudel des 1. Weltkriegs und des Hitlerfaschismus, emigrierte in die USA, wo er zu materiellem Reichtum gelangte, während seine Arbeiten in Deutschland als „entartete Kunst“ 1933 öffentlich verbrannt wurden. Sein pazifistischer Roman „Im Westen nichts Neues“ jedoch wurde in nahezu 60 Sprachen übersetzt und zum millionenfach gelesenen Friedensfanal. Die Lesung mit der ausgewiesenen Remarque-Expertin Claudia Junk, die auch diverse Sequenzen aus den Verfilmungen des Romans in ihren Vortrag integrieren wird, gerade in der Adventszeit zu präsentieren, gewinnt in diesem Sinne doppelt an Bedeutung.

Freitag, 09.12.2022
20.00 Uhr, Musikschulsaal
€ 10,- / erm. 6,-
Theater

STAATSTHEATER AUGSBURG

Judas
Autorin: Lot Vekemans
Schauspieler: Roman Pertl
Regie & Ausstattung:
Magz Barrawasser
Dramaturgie: Kathrin Mergel

Er hat einen Namen, den jeder kennt und den er selbst nie ausspricht. Seit zweitausend Jahren ist sein Schicksal untrennbar mit dem von Jesus Christus verbunden, den sie Messias nannten und doch an ein Kreuz nagelten. Jetzt aber spricht er – nicht als Entschuldigung, nicht als Rechtfertigung, sondern um sich heranzureden an den Verrat an seinem besten Freund, Meister, Heiland. Judas kann charmant sein, selbstreflektiert, dennoch wütet und verzweifelt er. Er ist Mensch wie wir und soll doch auch Prinzip sein, ein lebendiger Dualismus – ohne Licht kein Schatten, ohne Judas kein Jesus. Ein Kuss, der eigenen Netzhaut eingebrannt, der den Lauf der Welt verändert hat.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Schauspieler Roman Pertl lässt Judas (…) als Mensch in seinem Glauben und seinen Zweifeln, im Reflektieren über Wahrheit und Lüge, Leben und Tod, Freundschaft und Liebe intensiv erfahrbar werden.“

Roman Pertl wurde 1988 in Wildeshausen geboren, studierte an der Essener Folkwang Universität der Künste und arbeitete u.a. am Schauspielhaus Bochum, am Hessischen Landestheater Marburg und am Staatstheater Augsburg. Seit 2020 ist er Ensemblemitglied am Institut für theatrale Zukunftsforschung (ITZ) im Zimmertheater Tübingen.

Samstag, 28.01.2023
20.00 Uhr, Forum Gymnasium
€ 22,- / erm. 14,-
Musik

BENNEWITZ QUARTETT

Werke jüdischer Komponisten
Jakub Fišer, 1. Violine
Štěpán Ježek, 2. Violine
Jiří Pinkas, Viola
Štěpán Doležal, Violoncello

In der weltweiten Kammermusikszene gilt das Bennewitz Quartett als der Kulturbotschafter Tschechiens. Beheimatet in Prag, spielen die Musiker aufgrund ihrer Homogenität, ihrer technischen Perfektion gepaart mit echter Empfindung im Streichquartett-Olymp und verkörpern par excellence das böhmisch-tschechische Klangidiom. Das Quartett ist regelmäßig zu Gast in der Wigmore Hall London, dem Wiener Musikverein, dem Théâtre des Champs-Elysées Paris, der Frick Collection New York und der Elbphilharmonie Hamburg.

Das Bennewitz Quartett begründete seine Karriere als 1. Preisträger zweier der renommiertesten Wettbewerbe für Streichquartette: Osaka 2005 und Prémio Paolo Borciani in Italien 2008. Namensgeber des Ensembles ist der bedeutende tschechische Geiger Antonín Bennewitz, Begründer der tschechischen Violinschule.

2018 war das Ensemble das ‚Quartet in Residence‘ der Tschechischen Philharmonie im Rudolphinum Prag. 2019 erhielt es den ‚Classic Prague Award‘ für das beste Kammerkonzert des Jahres. Im Januar 2019 umrahmte das Ensemble musikalisch die Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust im Deutschen Bundestag. In dieser Saison steht u.a. erneut eine große USA-Tournee im Kalender.

Das Bennewitz Quartett hat etliche CDs vorgelegt. 2019 erschien bei Supraphon eine Einspielung von Musik jüdischer Komponisten mit Werken von Krása, Ullmann, Schulhoff und Haas. Diese CD wurde von Gramophone UK als Referenzeinspielung und ‚splendid disc‘ bewertet.

Samstag, 18.02.2023
20.00 Uhr, Musikschulsaal
€ 22,- / erm. 14,-
Musik

KSENIA DUBROVSKAYA, MARINA KOLOMIYTSEVA

die drei Violinsonaten von Johannes Brahms
Ksenia Dubrovskaya, in Moskau geboren, ist eine von Publikum und Presse gefeierte Geigensolistin in Europa, Russland, Asien und den USA. Sie machte ihren Abschluss am Moskauer Konservatorium und ihren Master bei Prof. Zakhar Bron in Zürich. Außerdem studierte sie an der Züricher Hochschule der Künste das Fach Dirigieren. Sie ist eine leidenschaftliche Kammermusikerin mit bedeutenden Partnern. Darüber hinaus ist sie Preisträgerin des Tschaikowskiwettbewerbs.

Die ebenso aus Russland stammende Pianistin Marina Kolomiytseva wurde in Nischni Nowgorod geboren. Bereits als 21-Jährige holte sie den 1. Preis beim renommierten internationalen Klavierwettbewerb von Sydney. Neben ihren zahlreichen Konzertauftritten unterrichtet sie zeitweise am Moskauer Konservatorium. Ihr Lebensmittelpunkt ist heute in Frankreich, wo sie ebenfalls Musik lehrt.

Freitag, 01.04.2023
20.00 Uhr, Musikschulsaal
€ 22,- / erm. 14,-



Musik

DIE PROFISORISCHEN

Wildeshauser Vokalensemble
Ob sie mit Klassikern aus der ersten Hälfte des 20. Jh., z.B. von den „Comedian Harmonists“, oder mit eigenen Songs konzertieren, ob sie den „kleinen grünen Kaktus“ vom Balkon stoßen, den „Bratislava Lover“ auf die Damenwelt hetzen oder gar grün-weißen Fußballträumen frönen, stets hinterlassen sie bleibende Eindrücke und ein begeistertes Publikum: Ohne Instrumente, einzig und allein mit ihren Stimmen ausgerüstet, betreten die „Profisorischen“ die Bühne und dringen spontan tief in die Ohren und Herzen ihrer Zuhörer. Die bodenständige Gruppe um Fabian Reinke und Daniel Kolloge ist als Wildeshauser A-cappella-Formation längst Institution geworden und macht klanglich wie optisch stets eine ausgezeichnete Figur.

Der Kulturkreis Wildeshausen hatte vor gut zwei Jahren fest eingeplant, die acht Herren anlässlich des Jubiläums „750 Jahre Bremer Stadtrechte“ gleich mit zwei Auftritten zu präsentieren. Die humorvoll-urig agierenden Vokalartisten, die oft auch als die „Wise Guys von Wildeshausen“ betrachtet werden, hätten ihrer Heimatstadt sicherlich ein ungewöhnliches musikalisches Highlight geschenkt. Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Nun sind sie nach langer Zwangspause zurück – und wie! Regelmäßige Proben sind längst angelaufen, die Kehlen sind geölt … Da kommt das Konzert beim Kulturkreis doch gerade recht.

Freitag, 21.04.2023
Samstag, 22.04.2023
jeweils 20.00 Uhr, Musikschulsaal
€ 16,- / erm. 10,-