Kulturkreis Wildeshausen

ZweitZeugen – Opa war ein Nazi
Ilka Vierkant vom FAUST Theater e. V. Bückeburg
Ilka Vierkant vom FAUST Theater e. V. Bückeburg

Wie kann ein Holocaust-Überlebender einer Enkelin eines NS-Täters begegnen? Diese Frage stellt das dokumentarische Figurentheaterstück „ZweitZeuge“, entwickelt und gespielt von Ilka Vierkant, präsentiert von der französischen Compagnie Cie VASISTDAS, veranstaltet von FAUST Theater e. V. Bückeburg.


Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen Ilka Vierkant – Enkelin von Werner Vierkant, Reichsbahndirektor für die Ostgebiete – und dem Auschwitz-Überlebenden Jean Vaislic. Während ihr Großvater Gleise plante, musste Vaislic in Auschwitz-Birkenau als Häftling und Zwangsarbeiter Gleise verlegen. Die biografische Parallelität macht die Begegnung existenziell: Vierkant und Vaislic begeben sich in das schmerzhafte Terrain von Schweigen, Erinnerung und Konfrontation.


Auf der Bühne erscheinen lebensgroße Puppen vom Täter/Großvater und dem Enkel der Schauspielerin, dem sie die Geschichte erzählt, während Jean Vaislic in Videoaufnahmen sichtbar und hörbar bleibt. Die Gespräche, die Ilka Vierkant gemeinsam mit dem französischen Regisseur Francis Fourcou filmte, machen Vaislic als reale Person erfahrbar. Die Aufführung verbindet Puppenspiel, Schauspiel, Gesang und Akkordeonspiel und Videoeinspielungen zu einem poetischen Theater über Schuld, Erinnerung und Verantwortung.


„ZweitZeuge“ setzt ein Zeichen gegen das Vergessen - und für eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die in die Zukunft weist. Anfangs hatte das Projekt seine Ursprünge in der Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands, aber allgemeiner spricht es von allen Henkern und Opfern von Ländern, die von Diktaturen, Faschismus oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit betroffen sind. Es stellt uns auch die Frage unsere Verantwortung gegenüber den Kindern von heute und morgen. (Ilka Vierkant)

16.11.2026 - 19.00 Uhr
Lili-Servicekino

Karten können an den Vorverkaufsstellen oder im Ticketshop erworben werden.

Karten können an der Kinokasse oder online unter www.liliservicekino.de erworben werden.

20,-€

»ACHTUNG: DIESES THEATERSTÜCK GEHT AN DIE NIEREN. SEHENSWERT IST ES ABER ALLEMAL, NICHT ZULETZT DANK EINER BRAVOURÖSEN ILKA VIERKANT.« (RHEINISCHE POST)


Das Theaterstück dauert eine Stunde, danach steht Ilka Vierkant dem Publikum bis zu 60 Minuten zum Gespräch und zur Nachbereitung zur Verfügung.